Das Brettchenweben lässt sich durch die Geschichte hinweg in vielen Kulturen und Regionen wiederfinden. Allerdings ist es nicht ohne weiteres möglich die ältesten Fundstücke zu identifizieren, zumal es oftmals nicht ohne Probleme möglich ist, brettchengewebte Strukturen zweifelsfrei von anderen Webtechniken zu unterscheiden. Ebenfalls erschwert die Tatsache, dass sich Textilfunde nur selten über Jahrhunderte hinweg erhalten, die Analyse und genaue zeitliche Einordnung gewebter Bänder. Hin und wieder verweisen aber Funde von  Brettchen aus Holz, Horn oder anderen Materialien, auf die Kenntnis dieser Technik.

Es ist davon auszugehen, dass die frühesten Funde brettchengewebter Borten keine einzeln gewebten Bänder waren, sondern als Webkante für  das Weben von Stoffen dienten. Erst später fand man brettchengewebte Borten auch als Einzelstücke. Die gefundenen Bänder weisen auch bereits früh komplizierte Webtechniken auf, die nicht mit den Einzugsmustern (Schnurbindungsmustern) vergleichbar sind. Die Fundlage deutet jedoch darauf hin, dass Einzugsmuster eine relativ moderne Webart darstellen.

Im Gegensatz zu den anderen Techniken basieren Einzugsmuster auf einen mehrfarbigen Einzug der Kettfäden, der von Brettchen zu Brettchen variiert. Auf diese Weise wird das Muster durch den Einzug bestimmt. Die  Brettchen können alle gemeinsam oder abweichend voneinander in einem bestimmten Rhythmus gedreht werden, wodurch das Muster entsteht.

Angenommen wird, dass historische Bänder durch einen gleichartigen Einzug der Fäden und Variationen in der Drehung einzelner Brettchen entstanden sein könnten. Eine andere, bereits seit der Eisenzeit bekannte Methode der Musterbildung besteht im Auslassen von einzelnen Löchern. Diverse Funde aus ganz Europa verweisen darauf, dass bereits in den letzten sechs Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung mit Brettchen gewebt wurde.

Auch verschiedene Bildbelege deuten darauf hin, dass das Brettchenweben eine verbreitete Technik des Mittelalters zu sein schien.